Das ist das Brettspiel des Jahres

In den letzten Wochen und Monaten erlebten die Brettspiele weltweit eine Renaissance. Immer mehr Menschen entdeckten ihre Begeisterung für die zahllosen Möglichkeiten sich unter Freunden oder in der Familie mit einem guten Brettspiel die Zeit zu vertreiben. Da rückte natürlich auch die Wahl des Brettspiels des Jahres in den Vordergrund. Vor einigen Wochen gab der Spiel des Jahres e.V. in einer Live-Veranstaltung die Nominierungen bekannt. Für den prestigeträchtigen Titel waren diesmal das Städtepuzzle MyCity, das astrale Legespiel Nova Luna und das Kreativspiel Pictures nominiert. Nun steht der Sieger fest, er heißt Pictures und kommt von Daniela und Christian Stöhr aus dem PD-Verlag.

Bei Pictures geht es darum, dass die Spieler die unterschiedlichsten Foto-Motive nachstellen müssen. Dazu haben sie die verschiedensten Utensilien zur Verfügung. Diese beinhalten nicht nur Symbolkarten, sondern auch praktische Dinge wie etwa Schnürsenkel oder Bauklötze. Wer über abstraktes Denken verfügt und genügend Kreativität mitbringt, wird sich hier durchsetzen. Diese Voraussetzungen überzeugten auch die Jury. Sie wählten Pictures zum Brettspiel des Jahres.

Ein ungewöhnlicher aber würdiger Sieger

Zahlreiche Spieler zeigten sich im Anschluss an die Verkündung des Ergebnisses sehr zufrieden. Immerhin wurden in der Vergangenheit oft Spiele mit Preisen bedacht, die einen großen Schwerpunkt auf die Kommunikation unter den Teilnehmern gelegt haben. Daher ist diese ungewöhnliche Wahl durchaus verdient. Das perfekte Spiel sollte schließlich die Eigenschaften von unterschiedlichen Typen in sich vereinen. Viele der Brettspiele sind daher Mischformen. Und so wachsen kommunikative Spiele mit Strategiespielen und Kreativspielen zusammen. Dabei gibt es scheinbar keine Altershürden. Immerhin drei Viertel der 14 bis 34-jährigen Spieler nimmt sich einmal im Monat ein Spiel her und genießt die Zeit.

Das ist umso erstaunlicher, als dass die digitalen Spiele längst die Welt erobert haben. Trotzdem können sich die Brettspiele nach wie vor ein treues Publikum erobern. Der Boom ebbt zwar zwischendurch immer wieder ab, doch die Brettspiele feiern regelmäßig ein Comeback. Zuletzt gab es im Jahr 1995 mit dem Brettspiel-Renner „Die Siedler von Catan“ einen gewaltigen Boost. Dieses Jahr haben die Ereignisse zu Beginn des Jahres viele Menschen zu ihren Wurzeln zurückkehren lassen. Nicht nur das Backen des eigenen Brotes wurde wieder cool, sondern auch das Spielen von Brettspielen.

Ein ungewöhnlicher aber würdiger Sieger
Ein ungewöhnlicher aber würdiger Sieger

Die Preisträger dieses Jahres zeigten sich in einer ersten Reaktion überwältigt. Sie hatten nicht mit der Auszeichnung gerechnet und konnten ihren Sieg kaum glauben. Sie haben ein Spiel erfunden, das nach Ansicht der Jury beim Raten dem Besuch einer Kunstausstellung gleiche. Die Schöpfer hätten mit einfachsten Mitteln große Kreativität gefördert. Pictures ist für bis zu fünf Teilnehmer geeignet und kostet im Handel rund 40 Euro. Mit dem Sieg konnte sich Daniela und Christian Stöhr gegen hunderte Neuerscheinungen durchsetzen. Die Jury wählt jedes Jahr das ihrer Ansicht nach beste Spiel aus diesen Spielen aus. Dabei bewerten die Mitglieder nicht nur die Idee und die Gestaltung der Regeln, sondern auch das Design und das Layout. Dieses Jahr stellten sich insgesamt 330 neue Spiele der Jury. Ziel dieser Auszeichnung ist es seit jeher die Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele zu fördern, damit diese in der Gesellschaft auch als Kulturgut wahrgenommen werden. Seit dem Jahr 1979 wird daher die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ vergeben.