Die Spiel 19 in Essen ist ein Wunderland für Freunde des Brettspiels

In Zeiten von e-Sports und Konsolenspielen erleben die Brettspiele seit einigen Jahren wieder eine wunderbare Renaissance. Das macht sich auch in den Umsätzen, die in Deutschland mit Brettspielen generiert werden, bemerkbar. Wurden vor 15 Jahren noch Spiele im Wert von 400 Millionen Euro pro Jahr verkauft, so waren es im Jahr 2018 bereits 550 Millionen Euro Umsatz, über den sich die Händler freuen durften. Auch die Zahl der in Deutschland produzierten Spiele stieg über die Jahre von 40 Millionen Stück auf mittlerweile 50 Millionen. Das gibt Hoffnung für die Zukunft der Brettspiele. Diese fanden auch im Vorjahr bei der Spiel 19 in Essen das geeignete Forum, um sich zu präsentieren.

Schauplatz der Spiel 19 war die Industriestadt Essen, mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Sie ist seit mittlerweile 35 Jahren eine „Stadt der Spieler“. Die Messe sorgt dafür, dass Spielbegeisterte aus ganz Deutschland nach Essen kommen, um sich über die aktuellen Neuigkeiten zu informieren und die Brettspiele gleich selbst auszuprobieren. Die Internationalen Spieltage sind in der Zwischenzeit zur größten Publikumsveranstaltung ihrer Art weltweit angewachsen. Der Boom bei Videospielen konnte ihrer Popularität bislang nichts anhaben.

1.500 neue Spiele waren zu bewundern

Natürlich hinkt der Vergleich ein wenig, immerhin macht der große digitale Bruder fast zehnmal so viel Umsatz pro Jahr. Das weckt natürlich auch Begehrlichkeiten. Zahlreiche große deutsche Spieleverlage schielen auch auf den digitalen Markt und bieten entsprechende Umsetzungen ihrer Spiele für die Konsolen, den PC oder das Smartphone an. Das hat auch seine Vorteile. Bei einer guten Umsetzung können nicht nur beide Welten voneinander lernen, sondern bei gewecktem Interesse der Kunden auch voneinander profitieren. Doch die Liebhaber von klassischen Brettspielen brauchen keine Sorge zu haben. Der Schwerpunkt der Spielemesse in Essen lag auch im Vorjahr ganz klar auf den Brett- und Kartenspielen. Die Auswahl war gigantisch, hier die Kunden für eine Neuigkeit zu begeistern ist dementsprechend schwierig. Nicht weniger als 1.200 Aussteller aus 50 verschiedenen Ländern waren diesmal mit dabei. Sie präsentieren den Spielwütigen 1.500 Neuheiten und Premieren. Da den Überblick zu behalten gestaltet sich selbst für den größten Profi als eine fast unlösbare Aufgabe.

1.500 neue Spiele waren zu bewundern

Großer Andrang

Doch das breite Angebot schlägt sich auch auf die Besucherzahlen der Spiel 19 nieder. Diese steigen in gleichem Ausmaß, wie die verkauften Spiele in Deutschland. Fast 200.000 Menschen wollten wissen, wohin die Reise bei Brettspielen geht. Wer nicht selbst dabei sein konnte, der war mit dem Stream von der Messe gut bedient und konnte live im Internet verfolgen, was in Essen abging. Als Highlights erwarteten die Besucher in erste Linie Fortsetzungen bereit bekannter und erfolgreicher Spiele. Der Trend zu den Erzählungen mit einer starken Rätsel-Komponente blieb erhalten. Neue Titel in diesem Bereich waren zum Beispiel „EXIT – Das Spiel: Der Raub auf dem Mississippi“ und “EXIT – Das Spiel: Der Flug ins Ungewisse“. Detektivspiele und zahlreiche Titel, die unter Wasser spielen, gehörten zu den weiteren Highlights der Messe. Diese wird auch 2020 wieder für zahlreiche Besucher sorgen. Die Spiel 20 findet von 22. bis 25. Oktober in Essen statt.