Kickstarter bleibt eine gute Finanzierungsplattform für Brettspiele

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat sich längst als großartige Finanzierungsmöglichkeit für Brettspiele etabliert. Dem konnten auch die Ereignisse des Jahres 2020 nicht viel anhaben. Wer befürchtete hatte, dass das Finanzierungsvolumen einbrechen würde, sah sich getäuscht. Mitverantwortlich für die positive Entwicklung war sicherlich das Brettspiel Frosthaven, das bereits vor einigen Monaten weltweit für Aufsehen sorgte. Immerhin erlebten die Publisher einen Ansturm sondergleichen. Scheinbar jeder wollte die Fortsetzung von des Brettspiels Gloomhaven mitfinanzieren. Die Entwickler von Cephalofair Games freut dies. Der programmierte Renner sorgte für einen Rekordmonat, doch auch die Gesamtentwicklung des ersten Halbjahres 2020 ist höchst erfreulich.

Frosthaven sorgte für Rekorde

Die Plattform ist mittlerweile die erste Anlaufstelle für Neuerscheinungen geworden. Schließlich findet man hier jede Menge neue Ideen. Verlage und Autoren präsentieren diese, in der Hoffnung genügend Investoren zu finden, die für eine Realisierung sorgen können. Doch dass das gerade inmitten einer Wirtschaftskrise so gut klappt, hätte vorher wohl niemand für möglich gehalten. Derzeit wandert so viel Geld wie nie zuvor in die Finanzierung von Brettspielen. Den Vogel schoss im Mai Frosthaven ab. Es sorgte für einen Rekordmonat auf Kickstarter. Doch auch das erste Halbjahr 2020 ist rekordverdächtig. Das betrifft jedoch lediglich den Bereich Brettspiele, insgesamt sieht es da schon etwas anders aus.

Allgemeiner Rückgang um ein Drittel

Zwar spürte Kickstarter die Krise insgesamt, denn die Anzahl der Kampagnen-Start ist spürbar zurückgegangen, doch die Summen die investiert wurden sind nach wie vor beeindruckend. Der Rückgang betrifft wenig überraschend die Monate März bis Juni. Statt wie bisher gingen nicht rund 2.600 Projekte, sondern nur noch 1.850 an den Start. Das sind Rückgänge zwischen 25 und 35 Prozent. Doch eine Erholung ist offenbar schon sichtbar. Bei Brettspielen gibt es hingegen wenig Grund zur Klage. Hier verzeichnet Kickstarter nur einen leichten Rückgang an neuen Projekten. Das liegt sicherlich auch daran, dass vor allem zu Beginn des Jahres zahlreiche erfolgreiche Finanzierungen durchgeführt wurden. So wurden alleine im Februar und im März 700 Brettspiele vollständig finanziert. In der Kategorie Spiel, diese betrifft nicht nur Brett-, sondern auch Videospiele, ist der Rückgang also vergleichsweise gering ausgefallen.

Finanziell ist das Volumen bei Brettspielen immer noch sehr beeindruckend. Im April gab es zwar einen starken Rückgang der zugesagten Summen, doch schon der Mai sorgte mit 33 Millionen Dollar für einen neuen Rekord. Das ist wenig überraschend, schließlich kommen rund 13 Millionen Dollar aus dieser Summe von Frosthaven. Das Spiel konnte 83.000 Unterstützen dazu bewegen sich an der Finanzierung des Gloomhaven-Nachfolgers zu beteiligen. Dabei ist mehr Geld zusammengekommen, als bei allen anderen 200 Brettspiel-Projekten des Monats April zusammen. Frosthaven überholte sogar den bisherigen Champion Kingdom Death: Monster 1.5, der im Jahr 2017 12,4 Millionen Dollar eingesammelt hatte. Damit stehen die Chancen gut, dass Kickstarter auch in Zukunft die erste Wahl von Verlagen und Entwicklern bleibt, wenn es darum geht die Finanzierung neuer Brettspiel-Ideen sicherzustellen. Die Fans wird das freuen, denn so haben sie die Möglichkeit sich an der Umsetzung ihrer zukünftigen Lieblingsspiele zu beteiligen.