Pictures fordert seine Spieler gedanklich bis aus Äußerste

Das Brettspiel Pictures aus dem PD Verlag hat es geschafft. Es ist eines von insgesamt drei nominierten Spielen des Jahres 2020. Der Spieleverlag hat sich schon seit längerem auf Strategiespiele spezialisiert, die nur leichte oder gar keinen Zufallsfaktor aufweisen. Pictures fordert die Kreativität seiner Spieler und überzeugt mit einfachen und kurzen Regeln. Diese passen auf eine einzige Seite. Zum Start wird eine Auslage mit 16 verschiedenen Fotos aufgebaut. Diese werden in den einzelnen Reihen und Spalten mit Zahlen und Buchstaben markiert. Nun zieht jeder Teilnehmer eines der 16 Fotos, dabei ist es jedoch möglich, dass zwei Spieler das gleiche Foto erhalten. Nun gilt es mit dem eigenen Materialset, das jeder zu Beginn erhalten hat, das zugewiesene Foto nachzubauen. Das kann sich als ganz schön schwierig erweisen.

Ununterbrochen Aktion am Tisch

Pictures bietet dabei jede Menge Aktion, schließlich sind alle Mitspieler gleichzeitig beschäftigt. Sind alle mit ihrem Nachbau zufrieden, beginnt das Raten. Dazu notieren die Teilnehmer auf einem Block, welcher Mitspieler welches Foto nachgelegt hat. Das klingt jetzt relativ einfach, doch einfach ist Pictures ganz und gar nicht. Schließlich besteht der Materialsatz, den jeder erhalten hat aus völlig unterschiedlichen Dingen. Dazu zählen etwa Bauklötze, Symbolkarten, farbige Holzwürfe, Stöckchen und sogar Steine. All diese Materialien können dazu verwendet werden, Abbildungen nachzustellen und das auf möglichst kreative Weise. So kann man beispielsweise mit Schnürsenkeln Konturen nachzeichnen. Steine eigenen sich dazu, um Punkte zu markieren. Das gestaltet sich schwierig. Denn die Symbolkarten passen oft so gar nicht zum zugeordneten Bild. Da müssen dann schon einmal mehrere Karten herhalten, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Das große Raten beginnt

Genauso schwierig wird es dann für die Gegner zu erraten, was eigentlich gemeint war. Schließlich reichen die Materialien nicht aus, um die Karten vollständig nachzubilden. Manche Fotos sind sich darüber hinaus auch noch ziemlich ähnlich. Da gehört viel Fantasie dazu, um herauszufinden, was der Gegner eigentlich im Sinn hatte, als er seine Materialien verwendet hat. Das führt während des Spiels öfters zu hitzigen Diskussionen. Doch ist die erste Runde erst einmal geschafft, geht es schon besser dahin. Ab dann wandert das verfügbare Material von einem Spieler zum nächsten, und zwar im Uhrzeigersinn. Das bedeute, dass jeder Spieler von Pictures einmal mit jedem Material „in Berührung“ kommt und damit umgehen lernen muss. Die Fotoauswahl beginnt von neuem, jeder erhält eine neue Aufgabe zugewiesen. Wer welches Bild bekommt, entscheidet der Zufall. Es ist durchaus möglich, dass die Spieler das Bild aus der vorherigen Runde neuerlich ziehen. Die Gegner haben davon natürlich keine Ahnung.

Das große Raten beginnt
Das große Raten beginnt

Punkte erhält man bei Pictures dafür, dass man das nachgelegte Foto und die richtigen Zuordnungen erraten hat. Pro richtigen Tipp gibt es jeweils einen Punkt. So kann man je Runde bis zu acht Punkte kassieren, vorausgesetzt es sind fünf Spieler mit dabei. Wer nach insgesamt fünf Runden die meisten Punkte gesammelt hat, ist der Gewinner von Pictures. Das Brettspiel ist sowohl für Familienspieler, als auch für Einsteiger gut geeignet. Die Nominierung zum Spiel des Jahres hat sich Pictures auf jeden Fall verdient.